GELESEN | Ina Brandt: Die Zauberschneiderei

Mädchen, Magie und DIY

Die neue Buchreihe von Ina Brandt "Die Zauberschneiderei" tritt an, um besonders Mädchen zu erfreuen, die Spaß und Interesse am Nähen haben, natürlich eingebettet in eine spannende Geschichte. 

Darum geht es

Leni Loos zieht vom Land in die Großstadt, widerwillig. Mit dabei: Mama (Kunstliebhaberin, nur so mittelgute Hausfrau), Papa (arbeitet in einer Werbeagentur), die ältere Schwester Valentina (hängt immer am Handy) und die beiden Kaninchen Hoppel und Moppel (freuen sich des Lebens, wenn sie zu fressen bekommen und in Lenis Zimmer herumhüpfen können).

 

Leni hat jedoch nicht viel Zeit, ihrem früheren Zuhause und ihren Freundinnen dort nachzutrauern, denn schon am ersten Tag in der Stadt steht der erste Tag in der neuen Schule an. Sie wird neben die schlaue, zurückhaltende Florentine, genannt Flo, gesetzt. Sie wirkt ganz okay, aber erstmal fühlt sich Leni natürlich schrecklich fremd und einsam zwischen all den neuen Kindern und Lehrern. 

 

Ein Lichtblick ist, dass demnächst in der Nachbarschaft eine Schneiderei eröffnet werden soll, die auch Kindernähkurse anbietet. Leni, die Stoffe und das Nähen liebt (was sie nicht von ihrer Mutter geerbt haben kann), schaut sich dort schon mal vor der Eröffnung um und lernt dabei die sympathische Besitzerin der "Zauberschneiderei" - so heißt der neue Laden - kennen, Ariane Arruga. 

  

Schnell wird klar:

- Zwischen den beiden stimmt die Chemie.

- Ein mysteriöser Mann will Ariane offenbar aus ihrem Laden vertreiben und bringt alle Hausbewohner gegen sie auf.

- Ariane hat etwas Besonderes, ja, fast schon Geheimnisvolles, an sich.

- Leni wird in der Zauberschneiderei definitiv nicht nur das Nähen lernen, sondern auch viele magische Momente erleben.

 

Und so wird aus der Kind-muss-umziehen-und-will-nicht-Geschichte eine spannende Geschichte mit Intrigen, Magie und Verzauberung. Wie das ausgeht, ist klar. Aber bis dahin erlebt Leni mit ihren neuen Freundinnen (zu Flo gesellen sich noch die etwas ältere, schnieke Maja und der Nachbarsjunge Paul) ein ungewöhnliches Abenteuer und gemeinsam lüften ein altes Geheimnis.

Lese(t)räumchen meint

Eine fluffig erzählte und leicht lesbare Geschichte für Mädchen ab 8/9 Jahren, die so ziemlich alle Themen umfasst, mit der man diese Zielgruppe - im wahrsten Sinne des Wortes - umgarnen kann: neue Umgebung, neue Schule, neue Freunde, ein schönes Hobby - hier das Nähen - und dazu eine Prise Magie (im weitesten Sinne - Leni hilft manchmal auch ihre Intuition).  Dass Leni auch noch Pferde mag, wird nur erwähnt; es taucht noch keines auf, aber das wird bestimmt in Folgebänden noch geschehen. 

 

Das Thema Nähen ist fast durchgehend in die Geschichte eingebunden und im Anhang des Buchs sind Nähtipps und -vorlagen enthalten. In der ersten Auflage ist sogar ein sehr hübsch gestaltetes 16-seitiges Heft ins Buch eingeklebt - mit Nähanleitungen zu zwei Dingen, die Leni im Rahmen der Geschichte auch näht: eine Wimpelkette und ein Schlüsselband. Das ist wirklich eine schöne Sache, weil es den Weg vom "Ach, sowas könnte/hätte ich auch gerne!" bis zur Umsetzung deutlich verkürzt. Und falls die eine oder andere Leserin darüber ein Faible fürs Nähen bei sich entdecken sollte, wäre das ja eine tolle Nebenwirkung der Lektüre.  

 

 

Obwohl ich das ganze Setting und die vielen Elemente aus dem Mädchenbuch-Baukasten als etwas zu strategisch zusammengestellt empfinde, ist dennoch eine unterhaltsame und spannende Geschichte dabei herausgekommen, mit einer sympathischen Heldin und einer Atmosphäre, die die jungen Leserinnen ganz sicher faszinieren wird. Mir hätte es im angepeilten Alter ganz bestimmt super gefallen. 

 

Erwähnenswert sind noch die liebevollen Illustrationen von Isabelle Metzen. Das Covermotiv ist kleinteiliger als die Zeichnungen innen, dafür farbig und sogar mit goldenen Verzierungen. Die Illus im Innenteil sind oft ganzseitig und richtig schön und stimmungsvoll. Die würde ich wirklich gerne mal in Farbe sehen (oder selber ausmalen :)). 

 

Wenn ihr aufs Bild klickt, kommt ihr auf die Website zur Buchreihe (Kooperation mit Tante Ema Mustersalon).

 

Dort sind auch einige der Nähanleitungen zum Download hinterlegt. 

Fazit

Mädchen, Magie und DIY sind hier in einer Geschichte vereint, plus Nähanleitungen für angehende kleine Schneiderinnen - der vielversprechende Auftakt einer neuen Mädchenbuchreihe. 

 

PS: Da meine Kenntnisse und Fertigkeiten beim Nähen heute definitiv nicht weiter fortgeschritten als die, die ich mit 8 oder 9 Jahren hatte, könnte ich mich glatt mal ans Ausprobieren der Anleitungen machen! :)


Steckbrief

Die Zauberschneiderei. Teil 1: Leni und der Wunderfaden

Ina Brandt

mit Illustrationen von Isabelle Metzen

 

Umfang: 168 Seiten

Preis: 9,99 Euro 

Verlag: Arena

Altersempfehlung des Verlags: ab 9 Jahre

Erscheinungstermin: Juni 2017

 

Besonderheit: Mit beigelegtem Näh-Magazin, limitiert in der 1. Auflage

 


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